Portrait: Michelle Penn
Michelle Penn gilt als Geheimtipp unter den Freunden der ruhigeren Rockmusik, und das zu Recht: mit ihren selbstgeschriebenen Songs begeistert sie bereits seit 1994 ihre Fans. Penn einzuordnen fällt schwer, nicht zuletzt aufgrund der enormen Entwicklung, die sie in den letzten 12 Jahren durchgemacht hat.Seit ihrer Kindheit üben Gitarren und Rocksongs eine unbändige Anziehungskraft auf sie aus: dass ihr Bruder sie nicht mit seiner Gitarre spielen lassen wollte, schreckte sie nicht ab, sondern bestärkte sie nur noch in ihrem Wunsch, Rockmusikerin zu werden.
"When my brother would leave I would take his guitar and, you know, chop out whatever he was playing that day, which was usually like Bob Seger or Aerosmith."
Ihre wichtigsten Einflüsse stammen denn auch aus dieser Phase. Die vielfältigen Musikstile der 80er in den Bereichen Pop und Rock prägen noch heute ihren Sound, der vor allem durch ungewöhnliche Instrumentalisierungen und flüssige, ohrwurmverdächtige Kompositionen besticht. Michelle Penn verleiht diesen durch ihre wandelbare, kehlige Stimme einen einzigartigen Charakter.
Penn hält es selten lange an einem Ort; die gebürtige Detroiterin zog für die Aufnahmen zu ihrem Debutalbum nach Atlanta; ein Zwischenstop in Nashville und die Rückkehr nach Atlanta folgten. Diese Lust am Reisen und der Veränderung sind so auch eines der Hauptthemen ihrer Songs geworden.
Ihre Karriere begann in Atlanta als Solokünstlerin in der Tradition der Singer-Songwriter, die in dieser Stadt so beliebt sind. Der Umzug nach Nashville ermöglichte es der jungen Sängerin, neue Kontakte und neue Einflüsse für ihre Musik zu nutzen; zurück in Detroit begann sie, statt der Akustik-Gitarre die elektronische Version zu nutzen. Diese Entwicklungen führten bereits auf ihrem zweiten Album ‚How Do You Live' zu einem viel lauteren und energischerem Sound. Hier zeigt sie die gesamte Bandbreite ihrer stimmlichen Fähigkeiten, die von leisen, traurigen Melodien bis zu klassischen, röhrenden Rocksongs reicht. Unterstützt wird sie seit diesem Album von den Gastmusikern Todd Wolfe (Sheryl Crow), Jeff Cease (Black Crows), und Brandon Bush (John Mayer), die trotz ihrer eigenen Vorgeschichten und Fähigkeiten immer den typischen Michelle-Penn-Stil unterstreichen, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.
Auch Penns Live-Qualitäten finden seit Jahren immer mehr Anhänger. So kann sie bereits auf Auftritte im Vorprogramm solcher Genregrößen wie Melissa Etheridge, Sarah MacLachlan, den B52's und John Mayer zurückblicken. Die Live-Erfahrung und der Umgang mit unterschiedlichen Musikern wirkten sich auch positiv auf das letzte Album ‚2 Good 4 U' aus, das wieder mit abwechslungsreichen und eingängigen Kompositionen aufwartet.
Ihre Unabhängigkeit, die sich vor allem in den häufigen Ortswechseln bemerkbar macht, will sich die junge Sängerin auch weiterhin bewahren, um ihrem Stil treu zu bleiben. Den Ausverkauf des eigenen Talentes, wie er unter anderem von den großen Musikfirmen oder von Hollywood gefordert wird, klagt sie in ihrem Lied ‚Superstar' (Album: ‚2 Good 4 U') an, hinterfragt zugleich aber auch ihren eigenen Weg:
"You had a choice/Now you're selling out your soul/Did your heroes know/That it's all a show?"
Aber auch klassische Themen, wie die Liebe und die Probleme, die mit ihr auftreten, verarbeitet Michelle Penn in ihren Songs. Wie so viele andere Künstler sieht sie in ihrer Musik und ihren Texten eine Form von Therapie, die ihr hilft, auch mit schlechten Erfahrungen und Rückschlägen umzugehen. Deshalb sind es gerade die negativen Erlebnisse, die am meisten Beachtung finden. Sie selbst empfindet die Sorgen, den Stress und die ärgerlichen Ereignisse als Teil des Songwritings, da diese erst durchlebt werden müssen, um dann über sie schreiben zu können. Penn braucht reale Gefühle, real Erlebtes, das zur Grundlage ihres Schaffens wird. Nur so, meint sie, wird der ‚Job Rockmusikerin' nie langweilig.
| Autor | Kommentar |
| Mr.Rock 15.12.2007 00:35 |
Yes Mfg Mister Rock |
| Mr.Rock 26.08.2007 15:47 |
zauberhaft schaust aus. |
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