Alan Smithee


Portrait: Alan Smithee

Alan Smithee - Moment mal - ist das nicht der Regisseur von diesem Hollywood-Kitsch-Streifen?...Genau! Über 50 Kinofilme verschiedenster Genres gehen auf das Konto des Herrn Smithee, das klingt eigentlich nach einer legendären Karriere. Doch Achtung, die Streifen sind allesamt unglaublich schlecht! Alan Smithee ist nämlich ein Pseudonym das in Hollywood lange Zeit von Regisseuren verwendet wurde, denen ihr eigener Film zu peinlich war, als dass sie ihren richtigen Namen darunter setzen wollten. Eine junge Band aus Los Angeles ist jetzt angetreten, um mit dem selben Namen und mit Hilfe ihrer Musik die Ehre des mysteriösen Alan Smithee wieder herzustellen.

"Wir gaben uns diesen Namen, weil wir wollen, dass er von nun an mit guter Musik anstatt mit schlechten Filmen in Verbindung gebracht wird", sagt David Jonelis, der Leadsänger. Alan Smithee machen offensiv-eingängige Rockmusik, die äußerst ambitioniert und selbstbewusst wirkt. Man hört es ihrer Musik an, dass sie hoch hinaus wollen - ungefähr so wie ihre großen Vorbilder U2 oder Matchbox 20.

Dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist, weiß Jonelis natürlich auch. Nachdem er mit früheren Bands schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist sich der 25 Jährige bei seinem neusten Projekt allerdings ziemlich sicher: "Ich kann nur hoffen, dass ich die Superstar-Träume, die ich schon immer angestrebt habe, mit diesen Jungs an meiner Seite endlich erreichen kann. Für mich wäre das 'the sweetest thing of all'". Noch können er und seine vier Mitmusikanten allerdings nicht einmal von ihrer Musik leben. Sänger David arbeitet bei einer Anwaltskanzlei für die Entertainment-Branche, die anderen sind Musiklehrer, Webdesigner oder verkaufen Autoteile.


Seit ihrer Gründung 2002 haben Alan Smithee über hundert Konzerte gespielt, ein Livealbum veröffentlicht und letztes Jahr dann ihr Debüt "Wash Away" herausgebracht. Die Platte, die die Band in einem Studio in Hollywood aufgenommen hat, besticht durch treibende Rocksongs und einen klaren, hübsch produzierten Sound. Die Lieder schwanken zwischen Pop und Rock, markante Hooklines und Refrains zum Mitsingen sind garantiert. Ein dominantes, druckvolles Schlagzeug sorgt meist für ein recht forsches Tempo, die zwei Gitarren ergänzen sich harmonisch zu einem rockenden Teppich. Gelegentlich wachsen sie zu einem stürmischen Riff an und geraten in den Vordergrund, drängen sich aber nie zu stark auf. Die Musik schreit förmlich danach, im Radio gespielt zu werden.

Der feste, tiefe Gesang schwebt leicht über der Musik, bleibt aber stets mit ihr in Verbindung. Mal mit ordentlich Pathos, dann getragen melancholisch und immer wieder fordernd wütend singt David Jonelis von einer verflossenen Liebe ("How does it feel"), davon wie es ist, wenn keiner an einen glaubt ("Who the Hell") oder von Zeiten, in denen man sich so richtig schlecht fühlt ("Wash Away") - klassische Rockthemen für einen ebenso soliden wie bewährten Sound. Ein wenig langsamer kommt das Stück "California Calling" daher, eine folkige Hommage an die Heimat der fünf Kalifornier: "Wish I could taste it, the ocean air I knew, guess I'll get wasted and raise a glass to you". Sänger David hat das Stück morgens um fünf Uhr geschrieben, kurz vor der Heimreise von einer Tour an der Ostküste. "Ich griff nach meiner Gitarre und schrieb das Lied in fünf Minuten. Das war so eine Situation, in der sich ein Song fast von alleine schreibt."

Was gibt's sonst noch zu der Platte zu sagen? "Die erste Auflage von 1500 Stück ist ausverkauft" freut sich Jonelis, Nachschub wurde bereits geordert. Die Band ist sehr produktiv, bereits wenige Monate nach der Veröffentlichung des Debütalbums hat sie zwei neue Songs aufgenommen. Der unermüdliche Liveeinsatz macht sich bezahlt, Alan Smithee habe sich auf ihren Touren an West- und Ostküste der USA eine treue Fangemeinde erspielt. Was jetzt noch fehlt ist ein Plattenvertrag, denn den suchen die Kalifornier schon länger.


Autor Kommentar
SLICER
03.01.2007
02:24
Hallo Alan Smithee !
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Warum ist so eine gute Band immer noch nicht bekannt ?An den guten Songs kann es ja wohl nicht liegen.Der Song California Calling müßte eigentlich schon längst einer breiten Masse zugänglich sein.Dieser Song hat vom Text und vom Rythmus,(plus Stimme)alles was man braucht.Hätte ich die Möglichkeit und die Kontakte,ich würde mir die Füße wundgelaufen,um Euch einen Plattenvertrag aller 1.Kajüte zu besorgen.Weiter so,durchhalten und an alles glauben!!!

Gruß SLICER

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